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Rückblick zum Platform-After-Work in München 2019

Zum zweiten Mal trafen sich im Münchner Büro von Vivaldi Marketingexperten und Führungskräfte aus verschiedenen Branchen, um sich intensiv zum Thema Plattform-Geschäftsmodelle auszutauschen. Im exklusiven Kreis wurden die Chancen und Herausforderungen für Unternehmen wie Allianz, Condé Nast, Giesecke+Devrient, Servier, Siemens, Lego und VIA Outlets diskutiert.

Die vielen angeregten Diskussionen zwischen den Teilnehmern zeigten, dass noch einige Hürden, teils sehr verschieden, bei der Entwicklung von Plattform-Geschäftsmodellen bestehen. In der Work-Session, in der eine innovative Food Shopping Platform gemeinsam entwickelt wurde, haben die Teilnehmer ihre unterschiedlichen Perspektiven eingebracht, um auf Basis von Trends einen neuen, kreativen Ansatz für den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) zu entwickeln. Wie immer klang der Abend im Anschluss mit einer lockeren Networking-Runde aus.

Die zentralen Erkenntnisse der Erfahrungsberichte und Denkansätze haben wir kurz und prägnant zusammengefasst.

#1: Mut zum Wandel

Aus Sicht der Teilnehmer fehlt bei vielen europäischen Unternehmen, besonders im Vergleich mit Amerikanischen, oft die Offenheit, Risikobereitschaft und Flexibilität Dinge neu anzugehen. Viele denken noch in vertrauten Mustern, bleiben in der Comfort Zone und stehen neuen Methoden eher abwartend gegenüber. Ein neues Mindset muss gefördert werden: „Einfach mal machen“, wie ein Teilnehmer sagte. Demenentsprechend ist die Verankerung einer Innovationskultur in Unternehmen ein kritischer Erfolgsfaktor.

#2: Konzernstrukturen als Zwangsjacke

Die meisten Teilnehmer stimmten auch darin überein, dass es zu viele und zu starre Kriterien für neue Geschäftsideen gibt. So würden sich zwar alle Unternehmen das nächste Uber wünschen, dies sollte aber das eigene Kerngeschäft optimal ergänzen und von Beginn an profitabel sein. Dazu kommt, dass ein ungeheurer Aufwand aufgebracht werden muss, um an benötigte Ressourcen zu kommen. „Wir arbeiten 80% für interne Angelegenheiten und nur 20% für den Kunden“, meinte in diesem Kontext eine Teilnehmerin. Das Gegenteil sollte eigentlich (mindestens) der Fall sein. Damit neue Ideen angestoßen, ausprobiert und umgesetzt werden können, müssen Unternehmen Ressourcen und Kapazitäten flexibler verfügbar machen.

#3: Gegensätze vereinen

Eine der größten Herausforderungen laut unseren Teilnehmern ist es jedoch den Spagat zu schaffen zwischen den Gegebenheiten und Anforderungen. Wie kann man neue Innovationsideen ausprobieren und gleichzeitig kurzfristigen Gewinnerwartungen gerecht werden? Wie kann man agiler werden und gleichzeitig Qualitätsstandards halten? Wie kann man die Vorteile eines Großkonzerns mit denen eines Start-ups vereinen? Die Antworten auf diese Fragen werden so unterschiedlich sein wie die Unternehmen, die sie gestellt haben. Gleichzeitig wird deutlich, dass es neue Arbeitsweisen, Kooperationsformen und Methoden benötigt, um der Dynamik des heutigen Markt- und Wettbewerbsumfeld gerecht zu werden.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für einen gelungenen und inspirierenden Abend mit vielen Diskussionen rund um Plattform-Geschäftsmodelle.

Der Experte/ Die Expertin

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Dr. Markus Zinnbauer

Senior Partner

Markus Zinnbauer ist Senior Partner und Leiter von Vivaldi Analytics, Geschäftsbereich für Marktforschung von Vivaldi. Mit seiner tiefgreifenden und praktisch fundierten Expertise in den Bereichen der quantitativen Methoden und Markenmanagement Strategien leitet er ein umfassendes Portfolio an quantitativen Marketingprojekten.