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Rückblick zu der Platform-After-Work Session in Düsseldorf

An unserem Düsseldorfer Standort hatten wir dieses Jahr zum dritten Mal die Ehre, Führungskräfte verschiedener Branchen zur Fortführung unserer erfolgreichen Platform After-Work-Events begrüßen zu dürfen. Im Rahmen einer Peer-to-Peer-Runde erörterten am 14. März 2019 leitende Marketing- und Strategiefachleute von Unternehmen wie EnBW, Unitymedia, E.ON, der Targobank AG, Innogy und der ROLAND Gruppe sowie der Wissenschaft die Chancen und Herausforderungen der Plattformisierung.

Der Abend wurde von unseren Senior Partnern Björn Sander und Marc Scherer eröffnet, die die Inspiration der Event-Teilnehmer unter anderem mit dem berühmten Napkin Sketch von David Sacks anregten, der Ubers Geschäftsidee illustrativ auf den Punkt bringt.
Spannende Diskussionen, die die Event-Teilnehmer sowohl untereinander als auch mit den Kollegen von Vivaldi führten, untermauerten, dass das Verständnis des Plattform-Konzepts je Branche variiert. Im Rahmen eines Erfahrungsaustausches wurde zudem deutlich, dass die zentralen Herausforderungen beim Aufbau einer Plattform über die verschiedenen Branchen hinweg stark auseinandergehen. Die verschiedenen Perspektiven führten ebenfalls zu einer produktiven Work-Session, in der ein Plattform-Modell für die Versicherungsbranche sowie die damit verbundenen Chancen diskutiert wurden. Abschließend klang der Abend mit einer persönlichen Networking-Runde aus.

Auf Grundlage der angeregten Diskussionen und der spannenden Erfahrungsberichte der Event-Teilnehmer ließen sich einige aufschlussreiche Erkenntnisse und Thesen gewinnen.

#1: INTEGRATION VON PLATTFORMEN INS BESTANDSGESCHÄFT: EINER PARALLELEN PROZESSLOGIK FOLGEN

Aus Sicht der Teilnehmer sind die Entwicklung und der Aufbau einer Plattform strategische Planungsprozesse, die Detailplanung und kontinuierliche Verbesserungen erfordern. Dementsprechend stimmten alle überein, dass ein Plattform-Modell das Kerngeschäft eines Unternehmens nicht abrupt ersetzen könne. Vielmehr gilt es, die Entwicklung der Plattform parallel zum Tagesgeschäft voranzutreiben. Auf diese Art und Weise kann das Kerngeschäft als zentrale Finanzierungsquelle für die im Aufbau befindliche Plattform fungieren und den Aufbau dieser nachhaltig unterstützen.

#2: DAS RICHTIGE MINDSET: SICH GEZIELT AUF INNOVATIONEN VORBEREITEN

Es herrschte Einigkeit darüber, dass das hohe Potenzial von Plattformen nur mit dem richtigen Mindset
ausgeschöpft werden könne. Entscheidend hierfür ist der Mut und die Bereitschaft, neue Wege einzuschlagen und damit verbundene Risiken bewusst einzugehen. Dabei muss die Plattform-Entwicklung beim Top-Management angesiedelt sein, denn nur so können notwendige Veränderungen schnell auf strategischer Ebene realisiert werden. Die Teilnehmer betonten zudem, dass Unternehmen bestrebt sein sollten, disruptive und inkrementelle Innovationspotenziale voneinander zu trennen. Durch ein Mindset, das all diese Aspekte vereint, sind Unternehmen stets darauf vorbereitet, Innovationspotenziale bei verspürtem „Sense of Urgency“ kurzfristig zu aktivieren.

#3: DIE ZUNEHMENDE BEDEUTUNG DER MARKE: ERFOLG AUF PLATTFORMEN SICHERN

Die Teilnehmer stimmten einander zu, dass die Markenentwicklung gestärkt werden müsse, um auf prominenten Plattformen gute Ergebnisse erzielen zu können. Künstliche Sprachassistenten wie „Alexa“ von Amazon werden sich in den nächsten Jahren so gut wie sicher als führende Plattformen für Endverbraucher und als bedeutende Kundenschnittstellen für Unternehmen etablieren. In der nahen Zukunft wird es möglich sein, bestimmte Produkte „auf Zuruf“ zu ordern und sich diese direkt nach Hause liefern zu lassen. Obwohl Amazon sicherlich gern seine eigenen Produkte oder Produkte jener Marken beim Kunden platzieren würde, die das meiste Geld für Top-Plätze in Rankings in die Hand nehmen, entscheidet letztendlich die Suchanfrage des Konsumenten darüber, welches Produkt ihm von Alexa vorgeschlagen wird. Es gilt also, den Konsumenten bereits vor der Interaktion mit dem Sprachassistenten von seiner Marke zu überzeugen und ihn gar nicht erst in die Situation einer Wahlentscheidung geraten zu lassen.

#4: EINEN SCHRITT VORAUS: PLATTFORM-KOMPATIBILITÄT DURCH ATOMISIERTE ASSETS SCHAFFEN

In der stetig steigenden Dynamik der heutigen Geschäftswelt gilt es, sich auf bestimmte Eventualitäten vorzubereiten. Eine solche Eventualität ist das „Ankuppeln“ an Plattform-Modelle anderer Anbieter, die sich als profitable und hinreichend sichere Einkommensquelle entpuppt haben. Neben dem Aufbau einer eigenen Plattform sollten Unternehmen flexibel und nahezu aus eigener Kraft auf andere Plattform-Systeme aufspringen können. Die Entwicklung universell einsetzbarer, atomisierter Assets ist hierbei der erste Schritt, denn diese Isolierung der Assets ermöglicht eine flexible Integration der eigenen Services in bestehende Plattformen anderer Unternehmen.

#5: DER KUNDE IM MITTELPUNKT: CUSTOMER CENTRICITY ALS GRUNDLAGE VON NETZWERKEFFEKTEN

Abschließend unterstrichen die Diskussionen der Teilnehmer eine Erkenntnis, die zwar trivial klingen mag, aber längst noch nicht von allen Unternehmen umgesetzt ist: Weltbekannte Plattformen wie Uber, Spotify oder Amazon haben einen Aspekt gemeinsam: Sie ermöglichen Anbietern und Konsumenten auf einfachste Art und Weise miteinander zu interagieren. Doch was ist die Grundlage dafür, dass diese Plattformen den Schritt an die Weltspitze geschafft haben? Aus Marketing-Gesichtspunkten ist die Frage denkbar einfach zu beantworten – Kundenorientierung. Indem Kunden ihre zentralen Bedürfnisse durch diese Plattformen mit minimalem Aufwand befriedigen können, wird die Basis für Netzwerkeffekte geschaffen. Die zufriedenen Nutzer der Plattform machen diese für eine größere Anzahl an Anbietern interessant, was wiederum in Form des breiteren Angebots die Aufmerksamkeit weiterer Konsumenten auf sich zieht. Kundenorientierung in erster Instanz legt also früh die Grundlage für den langfristigen Erfolg eines Plattform-Modells.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für einen gelungenen und erkenntnisreichen Abend mit spannenden Diskussionen und einem angeregten Austausch zu Plattform-Geschäftsmodellen.

Der Experte/ Die Expertin

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Björn Sander

Senior Partner

Björn Sander ist Senior Partner bei Vivaldi und Leiter des Düsseldorfer Standorts. Er verfügt über mehr als 22 Jahre internationale Erfahrung als Managementberater und Senior Marketing Executive für weltweit führende Marken in verschiedenen Branchen. Herr Sander ist ein ausgewiesener Experte in der Entwicklung von markt- und kundenorientierten Strategien und Transformationsprogrammen. Er hat umfassende Erfahrung in der Betreuung internationaler Kunden entlang des gesamten Marketing- und Vertriebsspektrums, wie z.B. Markenpositionierung, Markenportfolio und -architektur, Strategieimplementierung, Performance-Organisation und Performancemanagement - mit einem signifikanten Wert- und Geschäftsbeitrag für seine Kunden.