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Rückblick des Platform-after-work-München

Im Rahmen unserer After-Work-Session in München durften wir einen spannenden und inspirierenden Abend zusammen mit unseren Gästen erleben. Marketing- und Strategiechefs bzw. Vorstände von Unternehmen wie AOK, BayWa, Bausparkasse Schwäbisch Hall, GE, Telefonica, Thüga, TÜV Süd oder Welbilt diskutierten die Chancen der Plattform-Ökonomie.

Nach einer kurzen Einführung in die Welt der Plattform-Geschäftsmodelle durch Dr. Markus Zinnbauer (Senior Partner im Münchner Büro) konnten die Teilnehmer in einer gemeinsamen Diskussion ihre Ideen und Erfahrungen zum Thema einbringen. Während einer kleinen Work Session wurden anschließend erste spannende Ansätze und Potenziale für Plattform-Geschäftsmodelle am Beispiel der Gesundheits- und Energiebranche erarbeitet. Der abschließende Networking-Teil des Abends stellte einen netten Ausklang mit angeregten Diskussionen zwischen den CMOs und CEOs aus verschiedensten Branchen dar.

Platform-after-work-münchen

Drei Erkenntnisse haben den Abend geprägt, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

1) HÜRDEN UND HERAUSFORDERUNGEN

Eine der derzeit größten Herausforderungen stellt die Bedrohung des bestehenden Geschäftsmodells durch innovative Plattformen dar. Da diese in der Regel disruptiv sind, lassen sie sich innerhalb bestehender Organisationen nicht ohne Hürden aufbauen. Die Ausgliederung in Digital- oder Innovation-Units hingegen ist jedoch oft nur eine vermeintliche Alternative, da hier die Gefahr der Silobildung sehr hoch ist.

Hinzu kommt, dass der Handlungsspielraum bei innovativen Geschäftsmodellen als eingeschränkt empfunden wird. Neue Plattformen bzw. Geschäftsmodelle werden einer starken Ergebnisabhängigkeit und EBIT-Betrachtung der Unternehmen nicht gerecht. Einzubüßen hat daher häufig die Innovationskraft des Unternehmens. Dahingegen tappen Player wie Amazon & Co. nicht in die EBIT-Falle, sondern entwickeln mit Mut und Ressourcenkraft neue Geschäftsmodelle, auch wenn sich diese erst mittel- bis langfristig auszahlen.

Es wird deutlich, dass ein Perspektivenwechsel in vielen Unternehmen immer dringlicher wird. Besonders in Hinblick auf die Etablierung eines innovativen Geschäftsmodells, sollte der Fokus nicht allein auf den kurzfristig realisierbaren Gewinnen liegen. Es sollten darüber hinaus insbesondere vermiedene Verluste im bestehenden Geschäftsmodell als Chance gesehen werden.

2) DATEN ALS NEUE ERLÖSQUELLE

Digitale Technologien verändern das Angebotsspektrum von Unternehmen. Auf lange Sicht werden Produkte und Services nur noch einen Teil des Unternehmenserfolgs ausmachen. Die Datengewinnung und -nutzung werden eine zentrale Rolle bei einer Vielzahl neuer Geschäftsmodelle spielen. Entscheidend ist zu verstehen, wo werthaltige Daten gewonnen werden können und wie daraus ein klarer Mehrwert geschaffen werden kann – für Kunden im Sinne eines relevanteren und personalisierten Angebots und für Unternehmen in Hinblick auf eine Steigerung der Profitabilität.

Daten werden somit zu einem immer wertvolleren Gut, in dem viel Potenzial steckt. Um dieses Potenzial nutzen zu können, bedarf es einer entsprechenden Datenkompetenz. Ging es vor einigen Jahren hauptsächlich um die Gewinnung der Daten, steht heute die Gewinnung relevanter Insights sowie die Vermarktung der Daten im Fokus.

3) INCUMBENTS VS. DISRUPTOREN

Die Diskussion über diverse Branchen hinweg zeigt, dass es fast immer eine Mischung aus erfahrenen Unternehmen der Branche (sog. Incumbents) und neuen Marktteilnehmern ist, die Plattform-Geschäftsmodelle vorantreiben. Doch Vorsicht: in vielen Fällen werden die Wettbewerbsvorteile der bestehenden Player – Kapitalkraft und Ressourcenstärke – obsolet, da neue Marktteilnehmer durch die zunehmende Venture Capital Kultur eine vergleichbare Finanzkraft aufbauen können. In Verbindung mit einer höheren Risikoaffinität und einem geringer ausgeprägten EBIT-Fokus sind sie deutlich agiler und können zur relevanten Bedrohung für Incumbents werden.

Aus potenziellen Wettbewerbern sollten daher frühzeitig Partner gemacht werden. Kooperationen mit agilen, neuen Playern bieten für etablierte Unternehmen die Chance, von Synergien und neuen Geschäftsmodellen auch monetär zu profitieren.

Wir bedanken uns für einen gelungenen Abend mit spannenden Diskussionen und einem angeregten Austausch zu Plattform-Geschäftsmodellen. Den nächsten Events – unter anderem in Düsseldorf, Hamburg, Zürich und London – blicken wir erwartungsvoll entgegen.

Gemeinsam mit unseren Kunden beschäftigen wir bei Vivaldi uns mit Plattform-Geschäftsmodellen und wie damit Netzwerkeffekte und Wachstum erzielt werden können. Im Rahmen eines zweitägigen Workshops erarbeiten wir gemeinsam mit Ihnen, wie Sie „Platform Thinking“ auch auf Ihr Geschäftsmodell anwenden können, um den Erwartungen Ihrer Kunden gerecht zu werden und neue Einnahmequellen aufzudecken.